TC Schöningen von 1898 e.V.

JMD Kinder-/Jugendturnier

Termine

30.09.2017:
JMD Breitensportturnier
01.10.2017:
JMD Deutschland Cup
02.10.2017:
Kartoffelfest
03.11.2017:
Lampionumzug
11.11.2017:
Sparkastenleerung

Beurteilungskriterien

Wer hat sich noch nicht über das Turnierergebnis der Wertungsrichter gewundert. Da fragt man sich doch, wonach werden die Formationen hier eigentlich beurteilt? Unabhängig davon, dass ein gewisser Grad an Subjektivität in dieser Sportart nicht auszuschließen ist, denn es gibt ja hier nichts was mit der Stoppuhr oder dem Maßband reell festzuhalten ist, muss sich der Wertungsrichter an bestimmte Kriterien halten.

Trainer sowie Tänzer müssen daher diese Kriterien auch kennen und sich immer wieder fragen, ob sie diese überhaupt erfüllen. Aber auch für Formationen, die nicht an Turnieren teilnehmen, stellen diese Anforderungen eine gute Hilfe dar, wie ein Tanz noch interessanter gestaltet werden kann.

Es handelt sich hierbei um die Kriterien Präsentationsfähigkeit, Musikalität, Technik und Choreographie. Jedem einzelnen Wertungsgebiet kann der Wertungsrichter 1 bis 10 Punkte also insgesamt höchstens 40 Punkte geben. Wobei es sich hierbei nicht wie beim Turnen oder Eiskunstlaufen um feststehende Werte handelt, sondern es geht hier um eine vergleichende Wertung.

Die erste Formation, die auf die Fläche geht, bekommt daher in jedem Fall in jedem Wertungsgebiet 5 Punkte. Der Wertungsrichter weiß ja noch nicht, ob es sich hierbei um eine schlechte oder eine gute Mannschaft handelt. Die folgenden Formationen werden dann immer wieder in jedem einzelnen Wertungsgebiet mit der ersten Formation verglichen. Es kann daher passieren, dass kein Team mehr als 20 Punkte erhält, weil letztendlich doch die beste Mannschaft als erstes gestartet ist. Die Punkte sind also nur relativ zueinander zu sehen.

Um jedoch erst einmal ein paar Punkte zu erreichen, wollen wir uns nunmehr die Wertungskriterien im einzelnen ansehen.

Präsentationsfähigkeit

Publikumssicherheit, das Publikum anschauen können, von Negativem nicht beeinflussen lassen, sich
als Darsteller fühlen


Voraussetzungen:

- Beherrschung der Ausdrucks- und Darstellungsmittel wie Bewegungen, technische Brillianz, Schwierigkeiten, Tempo, Rhythmus, Dynamik, Raumorientierung
- auf unvorhergesehene Situationen spontan reagieren können
- Intensität, d.h. die Ausstrahlung und Energie muss auf das Publikum wirken
- Identifikation mit der eigenen Rolle
- Selbstsicherheit und Selbstvertrauen
- die Bereitschaft zum vollkommenen Einsatz
- man braucht viel unterschiedliche Präsentationserfahrung


Ausstrahlung:

- Wie stellt sich die Gruppe dem Publikum dar?
- Steht die Gruppe hinter ihrer Choreographie (Rolle)?
- Kann die Gruppe Gefühle vermitteln?
- Lässt sich eine Ausdrucksfähigkeit des Einzelnen oder der gesamten Gruppe erkennen?
- Lässt sich der Blickkontakt zum Publikum erkennen?
- Gibt es Blickkontakte der Tänzer untereinander?


Äußerliche Aufmachung:

- Welchen Eindruck macht die Gruppe auf den Betrachter?
- Ist der Gesamteindruck ästhetisch bzw. originell?
- Fühlt sich die Gruppe in ihrem Outfit wohl oder wirkt sie (vereinzelt) gehemmt?
- Wirkt die Kleidung zum Thema stimmig gewählt? (fröhlicher Tanz kann durch fröhliche Farben ausgedrückt werden; Witziges durch Effekt in der Kleidung; ernster, getragener Tanz kann durch harte, kalte Farben unterstrichen werden)

 

Erkennbare Interaktion:

- Lassen die Tänzer eine Gruppenharmonie erkennen?
- Sind es Einzeltänzer in einer Gruppe?
- Tanzen die Tänzer nur ihr Bewegungsmuster an dem ihnen zugewiesenen Platz der Choreographie für sich oder mit den anderen?
- Können die Tänzer während des Tanzes Bezug zueinander nehmen?


Musikalität

Musikalität ist eine ungenaue Bezeichnung für die Fähigkeit musikalische Vorgänge zu erfassen, im Gedächtnis zu behalten und zu wiederholen.

Für uns: in der Bewegung sichtbar machen. Musik ist eine geordnete Folge von Klangereignissen im rhythmisch geregelten Ablauf der Zeit und teilt etwas mit, das mehr ist als die bloße Aneinanderreihung
von Tönen (Idee/Thema: Funktion, Stimmung, Ausdruck). Tanz und Musik haben Rhythmus und Thema
als verbindende Komponenten. Diese Verbindung zwischen Tanz und Musik muss zu sehen/spüren sein.


Wahl der Musik: interessant, neu, altbewährt, gewagt, schwierig, schlicht, symphonisch, vielschichtig, Schnitte, Tonqualität

Takt, Rhythmisierung:

- Wird der Grundrhythmus von den Tänzern gehört?
- Wird der Groove, die Polyrhythmen von den Tänzern wahrgenommen?
- Wird die Musik im Körper der Tänzer sichtbar gefühlt?


Phrasierung: Akzentuierung, Dynamik

- Wurden die Klangbilder umgesetzt, der hörbare Text in der Musik beachtet?
- Gestalten die Tänzer den Rhythmus durch abrupte Verstärkung des Krafteinsatzes bei einer Bewegung oder durch die Betonung einer Körperposition?
- Werden Rhythmus und Melodiebögen durch bewusste Wechsel in der Bewegungsqualität von den Tänzern gestaltet?
- Wie genau sind die musikalischen Vorgänge vom Tänzer begriffen und in körperliche Vorgänge umgesetzt worden?
- Gilt die Struktur, Dynamik und Phrasierung des Musikstückes als Referenzrahmen für den Aufbau des Tanzes?
- Wie intensiv ist die Beziehung Musik und der einzelnen Bewegung gestaltet?
- Wie intensiv ist die Beziehung zwischen der Musik und Choreographie spürbar?

 
Technik

Im Jazz- und Moderndance beinhaltet die Technik (Fertigkeit) folgende motorische und koordinative Fähigkeiten:

Korrekte Bewegungsausführung

- Bewegungselemente aus dem Jazz- und Moderndance sollten fehlerfrei ausgeführt werden
- auf die Gleichheit der Gruppe bei Bewegungsausführung ist zu achten




Schwierigkeitsgrad

- Basis (Platzierung, Grundtechnik)
- Balance
- Koordinationsfähigkeit
- Beweglichkeit
- korrekte Ausführung der Isolation
- Schrittkombinationen oder Bewegungsverbindungen
- Drehungen
- Sprünge
- Bewegungsqualität
- Räumliche Orientierungsfähigkeit (aus der Bewegung)
- Bewegungsvielfalt



Konstante Leistung

- Ausdauer
- Kraft
- Kondition
- kein Leistungsabfallen gegen Ende

 
Choreographie

Choreographie ist nach Duden die „künstlerische Gestaltung und Festlegung der Schritte und Bewegungen eines Tanzes“.

Kurz: „der durchgestellte Tanz“ (im Gegensatz zum freien Tanz)

Bewertet wird die Qualität der Choreographie als harmonisches Ganzes, d.h. bei der Auswahl und Gestaltung von Idee, Musik und Bewegung ist grundsätzlich alles erlaubt und richtig, wenn es erkennbar vom Choreographen so gewollt ist und eine Wirkung erzielt, die offensichtlich mit der angestrebten Aussage des Tanzes harmonisiert.

Stil (Übereinstimmung von Idee, Bewegung und Musik)

- Passt das Klangbild zur Bewegungsqualität
- Lässt sich die choreographische Absicht (Idee) erkennen?
- Lässt sich eine bewusste Bezugnahme auf Stil und Struktur der Musik erkennen?
- Passen Struktur und Qualität der Bewegung zu Idee und Musik?



Kreativität (Originalität in Idee, Bewegung und Raumaufteilung)

- Erkennbarkeit der Idee: Gestik, Mimik, Symbolik, Bilder
- Bewegungsfindung: neu, überraschen
- Stimmigkeit von Bewegungsübergängen: motivierte oder getanzte Formationswechsel, symetrisch-asymetrisch, synchron-asynchron, passt zur Idee oder Musik, Interaktion


Dramaturgie (Aufbau)

- Ist eine Idee durchgezogen, auch zwischen Anfang und Schlussbild und von den Tänzern sichtbar gemacht?
- Werden Spannungsbögen in den Bewegungsabfolgen entwickelt oder Höhepunkte gehalten, vor allem von den Tänzern?